Fermentative Herstellung von Single Cell Protein (SCP)
Fermentativ hergestellte proteinreiche Biomasse aus Hefen (Single Cell Protein, SCP) gilt als nachhaltige Alternative zu Soja oder Fischmehl für Tierfutter, kann aber auch zur Herstellung von Nahrungsergänzungsmitteln, Molke-Ersatzprodukten oder Proteinersatzprodukten in der Lebensmittelindustrie eingesetzt werden.
Extrusionsbasierte Food-Prototypen mit charakteristischen Sensorikprofilen
Alternativ zur klassischen Proteinisolierung kann die fermentativ gewonnene Biomasse direkt als Ganzes weiterverarbeitet werden. Durch Extrusion lässt sich die Biomasse in eine faserige Textur überführen, die sich ideal als Grundlage für Fleisch- oder Fischanaloga eignet. Besonders ölhaltige Mikroorganismen bieten dabei ernährungsphysiologische Vorteile, da sie reich an ungesättigten Fettsäuren wie Omega-3 und Omega-6 sowie an B-Vitaminen sind. Diese Inhaltsstoffe tragen zu einer ausgewogenen Ernährung bei und machen die Produkte nicht nur geschmacklich, sondern auch gesundheitlich attraktiv.
Stamm- und Prozessentwicklung sowie Skalierung aus einer Hand
Das Fraunhofer IGB bietet modernste Methoden zur Stamm- und Fermentationsprozess-Entwicklung bis zur Skalierung und Pilotierung als integrierte All-in-One-Lösung an und unterstützt Unternehmen darüber hinaus beim Transfer in den industriellen Maßstab. Der erste Schritt, das Design passender Produktionsstämme für Milch- oder Fleischprotein, erfolgt dabei am Fraunhofer IGB in Straubing. Mittels modellgestützter Verfahren und Metabolic Engineering entstehen effiziente und maßgeschneiderte Hochleistungsproduktionsstämme für Ihre Produkte.
Für Anwendungen, bei denen der Einsatz von gentechnisch veränderten Organismen (GMO) nicht gewünscht ist, bieten sich auch alternative Ansätze an. So können beispielsweise geeignete Wildtypen selektiert werden, die von Natur aus bereits über die gewünschten Eigenschaften verfügen und für die Produktion bestimmter Proteine genutzt werden können. Darüber hinaus existieren nicht-genetische Verfahren zur Optimierung von Mikroorganismen, wie zum Beispiel adaptive evolutionäre Selektion, gezielte Anpassung der Kulturbedingungen oder klassische Mutagenese. Diese Methoden ermöglichen es, die Leistungsfähigkeit und Ausbeute der Organismen gezielt zu verbessern, ohne auf gentechnische Veränderungen zurückzugreifen. So lässt sich die Proteinproduktion auch unter Berücksichtigung regulatorischer oder gesellschaftlicher Anforderungen erfolgreich gestalten.