EthaNa – Pilotierung der ethanolischen nativen Extraktion geschälter Rapssaat

© Fraunhofer IGB

Schematische Darstellung der Verarbeitung von Raps; links herkömmliches Verfahren und rechts nach dem Konzept der ethanolischen, nativen Extraktion (EthaNa Verfahren).

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Rapssaaten zur Gewinnung von Wertstoffen und neuen Produkten.

Mit dem Kickoff‑Meeting im September 2017 erfolgte der Startschuss für das vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) geförderte Projekt »EthaNa«. Elf Partner aus Industrie und Forschung entwickeln unter Koordination des Fraunhofer CBP ein neuartiges Verfahren zur Aufbereitung von Raps. 

Im Vergleich zum etablierten Extraktionsverfahren mit dem Lösungsmittel Hexan erfolgen der Aufschluss und die Wertstoffgewinnung im EthaNa‑Projekt mit Ethanol. Dies ermöglicht es, die Qualität der Produkte Rapsöl und Rapskernkonzentrat deutlich zu verbessern. Darüber hinaus wird damit auch die Isolierung neuer, bislang nicht aus Raps produzierter Wertstoffe möglich, wie etwa sekundäre Pflanzeninhaltstoffe (Sinapinsäure, Tocopherole oder Glycosinolate) oder Proteinfraktionen (aus proteinreichem Extraktionsrückstand).

 

Raps‑Bioraffinerie

Ziel des auf drei Jahre ausgelegten Projekts ist die Errichtung einer Pilotanlage am Fraunhofer CBP und die Demonstration des Gesamtprozesses einer Raps‑Bioraffinerie: von der Schälung der Rapssaat über den anschließenden Aufschluss bis zur Gewinnung des Öls aus den Rapskernen.

Dabei steht die Integration einer alternativen Verarbeitungslinie von Raps im Fokus, die zukünftig in die vorhandene Infrastruktur bestehender Ölmühlen eingebunden werden kann. Durch die Entwicklung dieses neuartigen Prozesses ergibt sich neben neuen Produkten zusätzlich das Potential zur weltweiten Vermarktung innovativer Verfahren und Anlagen. 

Partner aus der ölsaatenverarbeitenden Industrie, dem Apparat- und Anlagenbau sowie der Technologievermarktung arbeiten gemeinsam in dem bis September 2020 laufenden Vorhaben. Das Fraunhofer CBP und B+B Engineering forschen seit 2013 an einem Verfahrenskonzept zur Effizienzverbesserung bei der Rapsverarbeitung.

Erste Prozesseinheiten des Verfahrens sollen im Herbst 2018 in Betrieb gehen. Die Herstellung von Produktmustern an Rapsöl und Rapskernkonzentrat sind für Ende 2019 geplant. Mustermengen im 100‑Kilogramm‑ bis Tonnen‑Maßstab werden zunächst für weiterführende Untersuchungen und die Bewertung der Produktfraktion in der Nahrungsmittel- und Futtermittelindustrie genutzt.

Projektinformationen

Projekttitel

Ethana – Pilotierung der ethanolischen nativen Extraktion geschälter Rapssaat

 

Projektlaufzeit

September 2017 – August 2020

 

Kooperationspartner

  • Fraunhofer-Zentrum für Chemisch-Biotechnologische Prozesse CBP, Leuna (Koordinator)
  • Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB, Stuttgart
  • Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV, Freising
  • Karlsruher Institut für Technologie KIT, Karlsruhe
  • Internationale Forschungsgemeinschaft Futtermitteltechnik e.V. (IFF), Braunschweig
  • B+B engineering GmbH, Magdeburg
  • Anhaltinische Verfahrens- und Anlagentechnik GmbH (ava GmbH), Magdeburg
  • Miccra GmbH, Müllheim
  • VetterTec GmbH, Kassel
  • C. Thywissen GmbH, Neuss
  • Technologietransfer und Innovationsförderung (tti) Magdeburg GmbH, Magdeburg

Förderung

Wir danken dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und dessen Projektträger, der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR), für die Förderung des Projekts »EthaNa«, Förderkennzeichen 22400517.