Einweihung der Demonstrationsanlage – Herstellung von Bio-Isobuten am Fraunhofer CBP

Fraunhofer CBP Nachricht / 11.5.2017

Weg vom Erdöl – nachhaltige Rohstoffe sind die Zukunft. So lautet die Devise nicht nur beim Biodiesel, sondern auch bei Isobuten, einem Basis-Stoff der chemischen Industrie. In einer Pilotanlage gewinnen Forscher diesen Stoff nun erstmals aus Zucker statt aus Erdöl.

Einweihung
© Foto Fraunhofer CBP

Alec Bulc, Projektleiter bei Global Bioenergies, bei der Einweihung der Anlage zur Herstellung von Bio-Isobuten.

Am 11. Mai 2017 nahm die deutsch-französische Firma Global Bioenergies (GBE) ihre Demonstrationsanlage zur Herstellung von biobasiertem Isobuten in Leuna in Betrieb. Rund 100 Gäste aus Wirtschaft und Politik, datrunter Dr. Jürgen Ude, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt, trafen sich am Fraunhofer-Zentrum für Chemisch-Biotechnologische Prozesse CBP, um die Anlage gemeinsam mit einem Festakt einzuweihen.

Nach knapp drei Jahren Bauzeit wird nun am Fraunhofer-Zentrum für Chemisch-Biotechnologische Prozesse CBP das Verfahren zur Isobuten-Herstellung aus Zucker demonstriert. Das Herzstück der Anlage ist ein 5000-Liter-Fermenter, in dem pro Jahr bis zu 100 Tonnen Isobuten produziert werden können..In diesem wandeln Mikroorganismen Zucker um, der aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen wird – beispielsweise aus Zuckerrüben oder Zuckerrohr, aus Getreide, oder aus land- und forstwirtschaftlichen Reststoffen wie Stroh oder Holzhackschnitzeln. (Presseinformation "Zucker statt Erdöl")

Isobuten, einer der wichtigsten petrochemischen Grundstoffe, wird verwendet, um Kunststoff, Acrylglas, Elastomere und Treibstoff herzustellen.

 

»Zukünftig soll es sogar möglich sein, die Isobuten-Moleküle durch Trimerisierung zu Biokerosin zu verbinden«, erläuterte Monique Merkel, eine ehemalige Masterandin am Fraunhofer CBP, die nun als Fermentationsingenieurin bei Global Bioenergies arbeitet. Hierzu seien allerdings noch weitere Anstrengungen in Forschung und Entwicklung nötig, so die Expertin.

Als stellvertretende Leiterin und Vertreterin des Fraunhofer CBP sprach Dr. Daniela Pufky-Heinrich zu den Gästen. Professor Dr. Christian Oehr, kommissarischer Leiter des Fraunhofer IGB, beglückwünschte GBE zur Inbetriebnahme und wünschte dem CBP-Kooperationspartner weiterhin gutes Gelingen.

Derweil wird die intensive Zusammenarbeit zwischen GBE und dem CBP fortgesetzt. Zum einen soll das Projekt zur Demonstration des Isobutenverfahrens über 2017 hinaus verlängert werden. Zum anderen entwickelt das Fraunhofer CBP im Auftrag von GBE die Prozesse zur chemischen Weiterverarbeitung von Isobuten zu Kraftstoffadditiven, etwa Isooktan.