EthaNa Kick-Off-Meeting

Fraunhofer CBP Nachricht / 25.9.2017

Mit dem Kickoff-Meeting am 25. September 2017 in Leuna erfolgte der Startschuss für das Projekt „Pilotierung der ethanolischen nativen Extraktion geschälter Rapssaat“ (EthaNa), koordiniert von Fraunhofer CBP und dem Industriepartner B+B engineering GmbH.

© Fraunhofer CBP

Mitwirkende und Projektpartner beim Kick-Off-Meeting am Fraunhofer CBP.

»Allen Partnern ist die Bedeutung von EthaNa bewusst. Das Projekt gilt als wegweisend für die technologische Entwicklung der Ölsaatindustrie«, erläutert Daniela Pufky-Heinrich, Koordinatorin des Gesamtvorhabens.

Im Verlauf des Treffens wurden die anspruchsvollen Projektziele weiter konkretisiert und  das Vorgehen zwischen allen Projektpartnern abgestimmt. Außerdem wurde ein detaillierter Zeitplan für den Bau der Pilotanlage erarbeitet und diskutiert. Abschließend erfolgte noch eine Besichtigung des Technikums am Fraunhofer-Zentrum für Chemisch-Biotechnologische Prozesse, in dem die Pilotanlage in den nächsten Jahren aufgebaut wird.

 

Zur Effizienzverbesserung bei der Rapsverarbeitung wurde bereits seit 2013 von den Forschern vom Fraunhofer CBP und B+B Engineering GmbH an dem Verfahrenskonzept gearbeitet und grundlegende Prozessparameter entwickelt. Das EthaNa-Verfahren beschreibt die ethanolische native Extraktion von Ölsaaten zur gleichzeitigen Gewinnung von hochwertigem Rapsöl, proteinreichem  Extraktionsrückstand sowie hochpreisigen Wertstoffen, wie Sinapinsäure, Tocopherole oder Glycosinolate.

Derzeit erfolgt die Rapsverarbeitung ausschließlich in klassischen Ölmühlen, bestehend aus Pressung und Hexan-Extraktion, wobei Rapsöl das wertbestimmende Produkt ist. Rapsextraktionsschrot bzw. Rapspresskuchen wird als weiteres Hauptprodukt in Form von konventionellen Futtermitteln mit beschränktem Einsatz vermarktet. Auf dieser Grundlage gibt es kaum Potential zur Effizienzverbesserung bei der Rapsverarbeitung in konventionellen Ölmühlen. Alternative Ölgewinnungsverfahren sind seit vielen Jahren Gegenstand in Forschung und Entwicklung. Viele der Untersuchungen wurden trotz ihrer erzielten Erfolge jedoch nicht in den industriellen Maßstab überführt, da keine entscheidenden ökonomischen Vorteile gegenüber der herkömmlichen Technologie zu erwarten waren.

Das in diesem Projekt untersuchte neuartige Zellaufschlussverfahren in Kombination mit einer alkoholischen Direktextraktion ist vielversprechend. Vorarbeiten am CBP zeigen bereits die Relevanz und das enorme Potential.

Partner aus der ölsaatenverabeitenden Industrie, den Apparat- und Anlagenbau sowie der Technologievermarktung arbeiten gemeinsam mit dem CBP und anderen Forschungseinrichtungen in dem bis September 2020 laufenden Vorhaben, um die Verfahrensprozesse zu entwickeln und im Pilotmaßstab zu demonstrieren. Erste Prozesseinheiten sollen bereits im Herbst 2018 in Betrieb gehen. Die Herstellung erster Produktmuster an Rapsöl und -kernkonzentrat sind für Ende 2019 geplant. Mustermengen im 100-Kilogramm- bis Tonnen-Maßstab sollen zunächst für weiterführende Untersuchungen und Bewertung der Produktfraktion in der Nahrungsmittel- und Futtermittelindustrie genutzt werden. Das Projektvolumen beträgt 5.3 Mio Euro.

 

Projektpartner Forschung

  • Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB Stuttgart
  • Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV Dresden
  • Karlsruher Institut für Technologie KIT Karlsruhe
  • Internationale Forschungsgemeinschaft Futtermitteltechnik e. V. IFF Braunschweig
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Projektpartner Industrie  

  • B+B engineering GmbH Magdeburg
  • AVA GmbH Magdeburg
  • Miccra GmbH Müllheim
  • VetterTec GmbH Kassel
  • C. Thywissen GmbH Neuss
  • Technologietranfer und Innovationsförderung Magdeburg GmbH tti