Buchenholz als Pharmaprodukt?

Fraunhofer CBP Nachricht / 31.7.2019

Dr. Ireen Gebauer, Wissenschaftlerin im Innovationsfeld Regenerative Ressourcen am Fraunhofer CBP in Leuna, kann einen bemerkenswerten Projekterfolg für ihre Arbeitsgruppe Biomassefraktionierung verbuchen. Dank intensiver Vorarbeit durch Dr. Moritz Leschinsky, der zum Monatsende das CBP verlässt, gelang die Bewilligung des Projekts »XyloSolv«, das mit 1,3 Mio Euro durch BMEL und FNR gefördert wird.

Fraktionierung nachwachsender Rohstoffe
© Fraunhofer IGB

Fraktionierung nachwachsender Rohstoffe am Fraunhofer CBP.

Das vom Fraunhofer CBP koordinierte Projekt »XyloSolv – Sequentielles Extraktionsverfahren zur Gewinnung hochwertiger Intermediate aus Buchenholz« startet bereits am 1. August 2019 und läuft bis 2021. Projektpartner sind der langjährige CBP-Partner HV-Polysaccharides GmbH & Co. KG aus Bucha, sowie die Glatt Ingenieurtechnik. Dr. Ireen Gebauer übernimmt in ihrer Funktion als Projektleiterin die Prozessentwicklung und -bilanzierung.

Das Projektziel ist die Entwicklung und Skalierung eines Verfahrens zur sequentiellen Extraktion von Buchenholz mit Wasser und einem Ethanol/Wasser-Gemisch, welches die vollumfängliche Nutzung aller Buchenholzbestandteile als hochreine Fraktionen ermöglicht. Wurde im bekannten Organosolv-Verfahren vorrangig Lignin gewonnen, steht im Projekt XyloSolv die Prozesskopplung mit der von HV-Polysaccharides entwickelten hydrothermalen Xylanextraktion im Vordergrund. Dabei wird Xylan in hochreiner Qualität gewonnen, sodass sich dieses als Grundstoff für pharmazeutische Wirkstoffe eignet. Auch Anwendungen der Cellulose und des Lignins in der Pharmazie oder zur Nahrungsergänzung sollen erschlossen werden.

Im Projekt soll der Nachweis erbracht werden, dass die bisherigen Laborergebnisse der Firma HV-Polysaccharides auch im Industriemaßstab realisierbar sind. Außerdem werden Daten gewonnen, die durch Glatt Ingenieurtechnik für die technische Gesamtkonzeption einer wirtschaftlichen Produktionsanlage genutzt werden. Der Gesamtprozess wird dann im Hinblick auf Produktausbeuten, Produktreinheiten, deren ökonomischer Verwendung und dem Recycling der Hilfsstoffe optimiert.