Die in den Experimenten verwendete RES (Abb. 1.) wurde von thyssenkrupp MillServices & Systems GmbH aus ihrem Stahlwerk in Duisburg bereitgestellt. Die eingesetzte granulometrische Fraktion hat eine Korngröße von < 10 Millimetern und wurde am Fraunhofer IBP mit einem Backenbrecher weiter auf < 4 mm zerkleinert. Mittels Röntgenfluoreszenzanalyse wurde die Zusammensetzung der Probe bestimmt. Der Gesamtschwefelgehalt lag bei 12 Gewichtsprozent (Gew.-%). Die Eisen- und Calciumgehalte betrugen jeweils ca. ein Drittel der Ausgangsmasse. Das aus der RES zurückgewonnene Eisen könnte der Hochhofenroute im Stahlwerk zugeführt werden, um CO2-Emmisionen zu reduzieren und Ressourcen zu schonen.
Entfernung von Sulfat aus RES nach dem ENSUBA-Verfahren
Zur Entfernung der Sulfatverbindungen wurde im Projekt die ENSUBA-Methode vom Labor- in den Pilotmaßstab hochskaliert. Diese wurde speziell entwickelt, um Sulfatverbindungen aus Bau- und Abbruchabfällen zu entfernen, insbesondere Calciumsulfate wie Gips (CaSO₄·2 H₂O). Der in der RES vorhandene Gips wird hierzu in einer wässrigen Lösung mit Ammoniumhydrogencarbonat (NH₄HCO3) versetzt und reagiert daraufhin zu Ammoniumsulfat ((NH4)2SO4), Calciumcarbonat (CaCO3), Wasser (H2O) und Kohlenstoffdioxid (CO2).
Gleichgewichtsreaktion für ENSUBA-Prozess:

Im ersten Schritt wurden am Fraunhofer CBP verschiedene Rührorgane und Rührgeschwindigkeiten in einem 5-Liter-Glasreaktor erprobt, um das Flotationsverhalten zu analysieren. Die daraus gewonnenen Daten – insbesondere zur Rührergeometrie und Rührgeschwindigkeit – dienten als Grundlage für die Auslegung eines Design of Experiments (DoE) in einem 2-Liter-Batch-Reaktor (siehe Abb. 2 und 3). Der Laborprozess umfasste die chemische Reaktion, eine anschließende zweistufige Filtration sowie einen abschließenden Trocknungsschritt (vgl. Abb. 4). Die bei Raumtemperatur durchgeführte Reaktion führte zu einer Reduktion des Gesamtschwefelgehalts im Filterkuchen auf ein Drittel der ursprünglichen Konzentration.