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Prozesszentrum für die stoffliche Nutzung nachwachsender Rohstoffe

Angesichts der Endlichkeit unserer fossilen Ressourcen, des steigenden Ressourcenbedarfs und des Klimawandels kommt der Nutzung nachwachsender Rohstoffe bereits heute große Bedeutung zu. Pflanzen, Stroh, Holz oder Mikroalgen können langfristig Erdöl als Rohstoff für die chemische Industrie ersetzen. Dabei gelten die industrielle Biotechnologie und ihre Kopplung mit chemischen Aufarbeitungsverfahren als Schlüsseltechnologien auf dem Weg zu einer nachhaltigen Chemie. Unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit sind hierzu vor allem auch skalierbare neue Verfahren erforderlich, die eng mit bereits bestehenden Produktionsstrukturen vernetzt werden müssen.

Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen können die Übertragung dieser neuen Technologien vom Labor in industriell relevante Größenordnungen jedoch aus eigener Kraft kaum leisten. Das Fraunhofer CBP schließt die Lücke zwischen Labor und industrieller Umsetzung: Durch die Bereitstellung von Infrastruktur und Technikums- / Miniplant-Anlagen ermöglicht es Kooperationspartnern aus Forschung und Industrie die Entwicklung und Skalierung von biotechnologischen und chemischen Prozessen zur Nutzung nachwachsender Rohstoffe bis zum industriellen Maßstab.

Ermöglicht wurde der Aufbau des Prozesszentrums durch eine Anschubfinanzierung des Landes Sachsen-Anhalt in Kombination mit Projektförderungen über das Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF, das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft BMEL sowie die Fraunhofer-Gesellschaft.

Fraunhofer CBP – Institutsteil Leuna des Fraunhofer IGB

Die Einrichtung des Fraunhofer-Zentrums für Chemisch-Biotechnologische Prozesse CBP als Projektgruppe des Stuttgarter Fraunhofer-Instituts für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB wurde durch den damaligen Institutsleiter Prof. Dr. Thomas Hirth initiiert. Unter seiner Führung wurde 2009 der Aufbau des Prozesszentrums am Chemiestandort Leuna zwischen dem Land Sachsen-Anhalt und der Fraunhofer-Gesellschaft besiegelt. Am 2. Oktober 2012 wurde das neue Gebäude in Gegenwart von Bundeskanzlerin Angela Merkel eingeweiht.

Nach Ablauf der fünfjährigen Anschubfinanzierung und erfolgreicher Evaluierung im Jahr 2014 wurde die Projektgruppe in die Bund-Länder-Finanzierung der Fraunhofer-Gesellschaft überführt und damit zu einem dauerhaften Institutsteil des Fraunhofer IGB.