Der Rollenoffsetdruck ist die Schlüsseltechnologie für hohe Druckauflagen wie Zeitungen, Magazine und Werbebeilagen. Bislang werden dafür überwiegend mineralölbasierte Druckfarben eingesetzt – allein in Deutschland jährlich bis zu 100.000 Tonnen. Wirtschaftliche und zugleich nachhaltige Alternativen fehlen bisher, denn verfügbare Pflanzenöle sind hinsichtlich Verfügbarkeit und ökologischer Wirkung nur bedingt geeignet.
Das Projekt „NachDruck“ setzt genau hier an:
Das Konsortium entwickelt ein neues, wirtschaftlich tragfähiges Druckfarbensystem für das Coldset‑Verfahren, bei dem der mineralölhaltige Anteil vollständig durch biobasierte Lösungsmittel ersetzt wird. Diese entstehen aus Reststoffen der Lebensmittelverarbeitung sowie der Biodieselproduktion – insbesondere aus Altfetten und Altölen. So entsteht ein innovativer Ansatz, der nicht auf primäre Pflanzenöle zurückgreift, sondern vorhandene Reststoffströme sinnvoll weiterverwertet.
Im Labor werden die Reststoffe zunächst detailliert untersucht, gereinigt und mittels verschiedener chemischer Verfahren gezielt modifiziert, um die drucktechnisch erforderlichen Eigenschaften zu erreichen. Auf dieser Basis entstehen definierte Komponenten‑Mischungen, aus denen im Labormaßstab erste Druckfarben hergestellt werden. Anschließend werden die vielversprechendsten Rezepturen schrittweise skaliert und auf einer industriellen Rollenoffset‑Zeitungsmaschine getestet.
Ein wesentlicher Vorteil des Projekts: Die komplette Wertschöpfungskette bleibt in der Region.
Alle beteiligten Unternehmen, Forschungseinrichtungen sowie assoziierten Partner sind Teil des BioZ‑Bündnisses und in der BioZ‑Region angesiedelt. Von der Rohstoffgewinnung über die Forschung und Entwicklung bis hin zur Anwendung entsteht so eine vollständig regionale, nachhaltige und wirtschaftlich stabile Struktur.