Herausforderung
Haferspelzen sind ein bislang nur unzureichend stofflich genutzter biogener Reststoff mit erheblichem Wertschöpfungspotenzial. Die Herausforderung besteht darin, daraus wirtschaftlich hochwertige Produkte zu erzeugen und gleichzeitig regionale, nachhaltige Wertschöpfungsketten aufzubauen.
Ziele und Vorhaben
Das Projekt zielt darauf ab, einen innovativen Wertschöpfungspfad für Haferspelzen zu entwickeln, die als Nebenprodukt in Hafermühlen anfallen. Durch die Weiterentwicklung des hydrothermalen Reaktivdestillationsverfahrens soll die gekoppelte Produktion von Furfural, einer biobasierten Plattformchemikalie, und hochwertigen Kohlenstoffmaterialien (Hydrokohle) ermöglicht werden.
Die Hydrokohle wird sowohl für den Einsatz in UD-Tapes als Ersatz für Carbon Black als auch als biogenes Aufkohlungsmittel in der Stahlindustrie untersucht. Zusätzlich werden die Hydrokohlen durch eine pyrolytische Modifikation veredelt, um ihre Eigenschaften weiter zu optimieren. Parallel dazu sollen unbehandelte Haferspelzen im Elektrostahlwerk als Aufkohlungsmittel getestet werden. Ein Vergleich der pyrolysierten Haferspelzen mit den modifizierten Hydrokohlen ist Teil des Vorhabens, um die besten Optionen für industrielle Anwendungen zu identifizieren.
Auswirkung
Diese Verfahren ermöglichen eine langfristige Integration des biogenen Kohlenstoffs in verschiedene Produkte und schaffen eine dauerhafte Kohlenstoffsenke. Die Flexibilität des Prozesses erlaubt zudem eine Anpassung an andere biogene Reststoffe wie Weizenspelzen oder Stroh, was das Potenzial für Skalierung und vielfältige Anwendungen erhöht.