Aufgrund der Bandbreite unserer Expertise mit verschiedenen Organismen (Mikroorganismen, Mikroalgen) haben wir bereits verschiedene Ansätze zur Gewinnung bzw. Wiedergewinnung metallischer Rohstoffe aus Abfallströmen, Abraumhalden oder Elektronikschrott untersucht.
Dabei ging es sowohl um die Freisetzung von Metallionen durch biologische Laugung (Bioleaching), als auch um die Rückgewinnung von gelösten Metallen durch biologische Prozesse wie Biosorption (Adsorption an Mikroorganismen oder biologische Materialien), Bioakkumulation (Aufnahme und Speicherung von Metallen in Zellen) oder Biofällung (Ausfällung von Metallen durch die Aktivität von Mikroorganismen).
Beispiel: Gewinnung von seltenen Erden aus Elektronikschrott mit Biomining
Mikroorganismen wie Pseudomonas aeruginosa oder Chromobakterien wurden auf zerkleinerten Elektronikschrott angesetzt. Sie produzieren dabei Säuren oder andere Stoffe, die Metalle wie Palladium oder Neodym aus dem Material lösen. Dieser Prozess nennt sich Bioleaching. Die gelösten Metalle befinden sich anschließend in einer Flüssigkeit, aus der sie durch Mikroalgen wie Galdieria sp. wieder herausgefiltert werden können. Diese Algen wirken wie biologische Magnete, die die Metallionen an ihre Zelloberfläche binden – ein Vorgang, der als Biosorption bezeichnet wird. Dies haben wir in der Machbarkeitsstudie RüBioM untersucht.
Immobilisierte oder suspendierte Biomasse
Für eine effektive Prozessführung setzen wir immobilisierte oder suspendierte Biomasse ein, beispielsweise in einem Festbettumlaufreaktor. Auf diese Weise können Schwermetalle aus Kühlschmierstoffen abgetrennt werden. Ein Festbettumlaufreaktor kann auch so ausgelegt werden, dass als Trägermaterial Schrott verwendet wird.
Schwerpunkte weiterer Forschungsvorhaben
Die Grundlagen sind gelegt – und die Richtung ist vielversprechend. Um die Biomining-Verfahren so zu gestalten, dass sie auch im industriellen Maßstab funktionieren, müssen sie weiter optimiert, skaliert und wirtschaftlich bewertet werden. Hierbei gilt es auch, die am besten geeigneten Mikroorganismen zu identifizieren, ihre Kultivierungsbedingungen zu verbessern und gleichzeitig funktionierende Prozesse im kleinen Maßstab für industrielle Anwendungen zu skalieren.