Proteine sind lebenswichtige Bestandteile für die Ernährung von Mensch und Tier. Fisch und Fleisch, Eier und Milchprodukte gelten traditionell als gute Eiweißlieferanten, unter den pflanzlichen Quellen vor allem Hülsenfrüchte wie Erbsen, Linsen und Bohnen. In vielen Kulturen zählen auch Insekten und Algen zu wichtigen proteinreichen Lebensmitteln, während Produkte wie zellkulturbasiertes Fleisch oder mittels Präzisionsfermentation hergestellte Milchproteine erst jüngst in einzelnen Ländern zugelassen wurden.
Wachsender Markt für vegetarische und vegane Alternativen
In Deutschland hat in den vergangenen Jahren vor allem der Absatz pflanzenbasierter Proteinprodukte stetig zugelegt. Alternative Proteine bedienen hierzulande nicht mehr nur einen Nischenmarkt, sondern haben sich zu einem zukunftsträchtigen Geschäftsfeld für die Lebensmittelbranche entwickelt.
Vor allem bei gesundheitsbewussten und jungen Menschen ist der Trend zum Verzicht auf Fleischprodukte ausgeprägt: um sich gesünder zu ernähren, aus Gründen der Ethik wie des Tierwohls, aber auch aus ökologischen Motiven wie Umwelt- und Klimaschutz.
Warum wir neue Proteinquellen benötigen
Auch wenn der Konsum von Fleisch in Deutschland rückläufig ist – weltweit gesehen steigt er weiter an. Für die nachhaltige Proteinversorgung einer wachsenden Weltbevölkerung, in der sich immer mehr Menschen Fleisch leisten können, stoßen die derzeitigen tierischen Produktionssysteme jedoch an Grenzen.
Neben wirtschaftlichen Faktoren schlagen vor allem der hohe Flächen- und Ressourcenverbrauch zu Buche. Zudem verursacht die industrielle Tierhaltung, allen voran die Massentierhaltung von Rindern, erhebliche Emissionen der Treibhausgase CO₂ und Methan, vor allem, wenn man auch die CO2-Emissionen berücksichtigt, die auf das Konto von Anbau, Verarbeitung und Transport der benötigten Futtermittel gehen. Hinzu kommen Belastungen von Böden und Gewässern durch Pestizide und Düngemittel.
Alternative Proteine für Nachhaltigkeit, Versorgungssicherheit und Resilienz
Viele alternative Proteine benötigen im Vergleich zu Fleisch deutlich weniger Ackerfläche und Wasser; bei ihrer Produktion werden geringere Mengen an Treibhausgasen emittiert. Pflanzliche Proteinquellen wirken sich positiv auf die menschliche Gesundheit aus, da mit der Nahrung mehr Ballaststoffe und Vitamine, aber weniger gesättigter Fettsäuren und Cholesterin aufgenommen werden.
Darüber hinaus leisten alternative Proteine einen Beitrag zur Ernährungssicherheit. Während globale Lieferketten für traditionelle Agrarsysteme durch geopolitische Engpässe gefährdet werden, können viele Alternativen lokal produziert werden – aus heimischen Quellen oder industriellen Nebenströmen und mithilfe biotechnologischer Verfahren. Dies macht die Lebensmittelproduktion unabhängig von klimatisch und saisonal bedingten Schwankungen und stärkt die Resilienz der regionalen Wirtschaft.
So können alternative Proteine einen Beitrag zur weltweiten Nachfrage nach hochwertigen Protein-Lebensmitteln leisten und gleichzeitig Umwelt und Ressourcen und damit auch die traditionellen Agrarsysteme schonen.